Historie des CAP (Cão de Água Português)

[335 v. Chr. - 1100]  [1100 - 1912]  [1913 - Gegenwart]

Um die Jahrhundertwende noch recht populär, machte sich schon in den ersten Dekaden des 20. Jahrhunderts. das Rarerwerden des CAPs bemerkbar. Dank der Modernisierung der Fischerei wurde er arbeitslos.

Aber um die 30iger-Jahre schon kümmerte sich der Besitzer einer großen Segelflotte, - Vasco Besaude-, ein Züchter von Clumbern, Cockern und Irish-Wolfhounds, um die Erhaltung des PWHs. Um 1933 stellte er den Standard des CAPs auf. In seinem Algarborium- Kennel wurde der erste LOP- eingetragene Wurf von Leão und Dina 1937 geboren. Leão war der Prototyp für den Standard gewesen. Er war als einer der wenigen noch arbeitenden Hunde bei Fischern gesichtet worden, die ihn zunächst nicht verkaufen wollten. Später haben sie es dann doch getan.

1938 publiziert Prof. Fernandes Marques den ersten vollständigen Bericht über die Rasse "Wasserhund" und ihr Standard wird im CCP = Clube dos Caçadores Portugueses, Sektion Hundezucht unter dem Namen "Cão de Água Português" veröffentlicht. Präsident des CCP: Daniel da Silva Lane; General-Sekretär: Vasco Bensaude.

Bis 1955 gab es bereits 100 CAPs, die unter "Algarborium" im LOP eingetragen sind. Sie alle hatten die Gene Leãos. Jetzt gab es noch einen zweiten Wasserhundbegeisterten, - den Veterinär Dr. Cabral, der sich zum Ziel gesetzt hat, CAPs zu züchten, ohne die "Algarboriumgene" zu benützen. Er stützte seine Zucht auf den Findling "Silves" und begann so seine "Alvaladelinie".

Während die Algarboriumhunde schon nach Amerika exportiert wurden und nach dem Ableben Vasco Bensaudes 1967 in Portugal nur ein Fortleben im "Al-Gharb-Kennels" Conchita Cintrons, der Erbin des Algarboriumkennels, hatte, blieben die Alvaladehunde den Portugiesen bis heute treu. Als Conchita Cintron mit ihren 6 Kindern von ihren Gütern in Castelo Branco Portugal 1974 während der Revolution vertrieben wurde, verschwanden mit ihr die letzten Algarboriumhunde von der Landkarte Portugals. In den USA allerdings werden ihre Nachkommen bis heute mit steigenden Zahlen gezüchtet und hochgerühmt. Portugal aber grämt sich immer noch seines Verlustes, - denn die Alvaladehunde gaben in Zahl und Qualität weniger her als ihre Algarborium- Konkurrenten.

Die Alvaladeerbin wurde Carla Molinari, die lange Zeit Präsidentin des CPCs (Portugiesischer Hundezuchtverein) war. Der damaligen Afganenzüchterin wurde der CAP indirekt aufgezwungen, als Cabral aus existenzbedrohlichen Gründen (Zeit der Revolution) ihren "Vale Negro Kennel" für seine eigenen Hunde benutzte. Als "Entgelt" versprach er ihr seine CAPs. Er hielt jedoch nicht Wort, sondern vermachte ihr letztendlich nur ein einziges Paar, alle anderen Wasserhunde verschiffte er nach Amerika. Dies führte zu der bekannten Krise, in der der CAP fast gänzlich ausstarb. Und es gab keinen Nachschub mehr von der Algarve, denn unter den Fischern herrschte Armut, welche die Haltung von Hunden unmöglich machte.

Frau Carla Molinari und mit ihr eine Hand voll portugiesischer Züchter ist es nur durch viele Kompromisse gelungen den CAP zu erhalten. Heute ist ein vielversprechendes CAP-Genpaket vorhanden und der Cão de Água Português ist ein wunderschöner, auf Ausstellungen glänzender Hund geworden.

Der portugiesische Wasserhund ist ein anspruchsloses, alles fressendes und immer freundliches Familienmitglied, mit dem man Pferde stehlen kann. Er behütet alle jungen Wesen und gibt Laut, wenn ein fremdes Wesen sich einfindet. Aggressiv ist er höchstens gegen Artgenossen. Deshalb ist er eher ein einzeln zu haltendes Wesen, - aber Ausnahmen bestätigen die Regel. Schließlich lebe auch ich mit einem Rudel von X Wasserhunden zusammen.


     

Im historischen Sinne ist der CAP ein Helfer der Fischer, der ihnen alles zurückbringt, was ins Wasser fällt. Er hat sehr gute Aportiereigenschaften, ist ein unermüdlicher Schwimmer und Taucher und klettert behende an Bord eines Bootes. Aufgrund oben beschriebener Ereignisse darf man heute nicht alle seiner historischen Eigenschaften im vollen Umfang erwarten. Heute hat man mit ihm oft mehr Erfolg bei der Spurensuche, Wasserrettung, Drogenbekämpfung und als Therapiehund.

Die Informationen für diese Schrift habe ich aus dem Buch "The Portuguese Waterdog" von Carla Molinari, Zeitschriften und Kontakten mit portugiesischen Wasserhundzüchtern.



Bettina Otto-Matthes
registriert im FCI,
Mitglied im CPC und ERV

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